Epicondylitis

Unter Epicondylitis versteht man eine Schmerzsymptomatik im Ellenbogen an den beiden Knochenvorsprüngen oberhalb des Gelenkknorrens (Epikondylus). Es gibt zwei Formen:

  1. Tennisellenbogen (Epicondylitis radialis humeri): am äußeren Epikondylus des Oberarmknochens.
  2. Golferellenbogen (Epicondylitis ulnaris humeri): am inneren Epikondylus des Oberarmknochens.

Ursachen

Eine Epicondylitis entsteht durch Überbelastung und Überbeanspruchung der Unterarmmuskulatur, das heißt durch extreme oder dauernd wiederkehrende gleiche Bewegungen oder Überlastungssituation des betroffenen Muskels, z.B. bei Tastatur-/Mausbenutzung, falsche Haltung, falsche Technik bei Schlägersportarten(Tennis, Badminton, Golf), falsche Schlafhaltung in Seitenlage, bei Fibromyalgie.

Symptome

Typisch sind eine Druckschmerzhaftigkeit am proximalen Ansatz des betroffenen Muskels und eine Schmerzauslösung oder -verstärkung bei Belastungen, zunehmende Ausstrahlungsschmerzen in den Oberarm oder Unterarm sowie schmerzbedingte Bewegungseinschränkungen. Eine Arbeitsunfähigkeit könnte bei manchen Fällen auftreten.

Therapien

Zu der klassischen Therapieoption existieren es verschiedene Therapieansätze.                                   

1. Physiotherapeutischen Verfahren: Kühlung mit Eis, Ultraschall, Lasertherapie, Interferenztherapie, Hochvolttherapie, Elektrostimulationstherapie, Muskelkräftigung-sübungen, Armschlinge und Badage, Verbände, Strahlentherapie, Stoßwellen-Therapie. Aber leider sind die meisten Patienten damit nicht zufrieden.

2.   Medikamentöse Schmerztherapie: von Stufe I mit Diclofenac, Ibuprofen, Novamin usw. sowie Stufe II oder Stufe III Opiate. Diese medikamentöse Schmerztherapie gehört zu der symptomatischen unspezifischen Therapiemaßnahme. Wegen den Nebenwirkungen in Verdauungssystem, Müdigkeit, Schwindelgefühl usw. vertragen viele Patienten die Schmerzmedikamente nicht. Sehr oft könnte eine Schmerzlinderung durch Schmerzmedikamente nicht erreicht werden. 

3.  In seltenen Fällen ist eine operative Therapie angezeigt, welche aus meiner Sicht mit ungünstigen Ergebnissen zu sehen ist. Bei Operation nach Wilhelm-Hohmann wird eine Entlastung der Muskelspannung durch eine teilweise Durchtrennung der Sehnenansätze an der betroffenen Epicondyle (Discisions-Tenotomie) herbeigeführt (= OP nach Hohmann). Zusätzlich wird eine Durchtrennung des radialen Nervengeflechtes, das direkt dem Epicondylus radialis aufliegt, durchgeführt. Hierzu wird die Knochenfläche einfach verödet (Verfahren nach Wilhelm). Bei Unzufriedenheit nach Operation spielen oft die Narben wichtige Rolle. Die Hautnerven wurden zwar durchtrennt. Aber das Nervenende könnte durch Narbengewebe weiter angeregt werden. Das heißt, die Schmerzen bestehen nach OP weiter.

4.  Meine eigene Erfahrungen:

Sowohl die akute als auch die chronische Epikondylitis wird konservativ erstens mit Injektionsakupunktur (Infiltration der Akupunktur-Punkte) als spezifische therapeutische Maßnahme behandelt. Es zeigt sich eine sehr schnell kommende Wirkung mit rascher Schmerzlinderung und Verbesserung der Beweglichkeit des Ellenbogens und Unterarms. Bei Injektionsakupunktur kommen meistens Carbostesin 0.25% 1 ml und Lipotalon 0.2 ml bei akuter Epikondylitis zum Ansatz. Die Injektionsakupunktur sollte im Abstand ca. 1-4 Wochen individuell wiederholt werden. Die Patienten sollten nach Injektionsakupunktur den Arm belasten, statt schonen. Dazwischen wird Akupunktur als weitere Therapiemaßnahme angesetzt.  Der Therapieverlauf dauert ca. 15 Sitzungen. Die Injektionsakupunktur könnte 2 Mal wiederholt werden.

Bei chronischer Epikondylitis werden Carbostesin 0.25% 1 ml und Triam 10 mg als Mischung verwendet. Eine Wiederholung sollte im Abstand für ca. eine Woche erfolgt werden. Nach meinen Erfahrungen sollten mindestens 3 Injektionsakupunkturen  durchgeführt werden. Dazwischen sollte der Patienten mit klassischer Akupunktur weiter behandelt werden.

Bei chronischer Epikondylitis oder bei therapieresistenter Epikondylitis, z.B. nach Homann-Wilhelm OP wird erstens mit Akupunktur, Tuina-Massage behandelt. Im Therapieverlauf gehen die zuerst die Ausstrahlungsschmerzen im Oberarm oder Unterarm zum Ellenbogenbereich zurück. Die Schmerzen sollten nur am Epikondylus lokalisiert werden. Danach kann ich eine von mir erfundene Operation, minimalinvasive transkutane Denervation (Durchtrennung) oder Freilegen der Hautnerven durchführen.  Die Informationen über den Eingriff könnten Sie auf dieser Webseite erfahren. Der Vorteil des Eingriffs liegt daran, dass die Hautnerven mittels eines minimalen Skalpells (Durchmesser 2-3 mm) freigelegt oder durchtrennt werden sollten. Danach könnten Patienten gleich eine Schmerzlinderung bekommen. Nach dieser OP entsteht keine OP-Narbe dadurch.

Eine Epikondylitis ist in meiner Praxis heilbar. Das Therapieziel ist schmerzfrei und bewegungsfrei ohne Schmerzmedikamente.